Da steht man nun! Ein angehender (hoffentlich) fleißiger Student in der deutschen Verbindungshauptstadt Würzburg (AUDIMAX 6/2002). Würzburg hat viel zu bieten, u.a. eben auch rund 40 Studentenverbindungen! Allen Verbindungen ist wohl gemeinsam, dass sie sich jeweils als eine Gruppe von Leuten fühlen, die füreinander da sind, sich immer aufeinander verlassen können und neben dem gemeinsamen Studium das Studentenleben genießen wollen. Nachfolgend wollen wir uns vorstellen und auf die häufigsten uns gestellten Fragen antworten.
Wir pflegen in unserer Gemeinschaft das Prinzip des Lebensbundes, einer Freundschaft also, die über das Studium hinaus fortbesteht. Durch das Studium in der Gemeinschaft versuchen wir dem wachsenden Individualismus unter Studenten an der Massenuniversität entgegenzuwirken. Durch Aktivitäten außerhalb des Studiums wollen wir über den Tellerrand des Studienalltags hinausschauen, uns persönlich weiterentwickeln und gemeinsam eine erlebnisreiche und unvergessliche Studienzeit verbringen. Bei alledem steht das Studium aber an erster Stelle.
Unsere Mitglieder wollen in der Gemeinschaft sowohl das Studium erfolgreich abschließen, als auch zum Ausgleich ein fröhliches Studentenleben pflegen. Bei alledem kommt jedoch das Privatleben des einzelnen und der Spaß nicht zu kurz. Auch nach abgeschlossenem Studium bleiben wir dank unserer Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft miteinander über eine bloße Freundschaft hinaus verbunden.
Als Studienanfänger steht man gerade bei Studienbeginn häufig vor Problemen (wie gestalte ich meinen Studienplan, usw...?). Diese können gerade bei uns überwunden werden, denn bei uns stehen ältere Studenten Studienanfängern mit Rat und Tat zur Seite.
Neben dem Kontakt zu Studenten ermöglicht das Lebensbundprinzip auch Bekanntschaften mit Studienabsolventen, unseren "Alten Herren". Wenn es um Praktika, Berufsplanung oder Studienfragen geht, stehen Philister aller Fachrichtungen jederzeit zur Verfügung.
Entstanden ist das Lebensbundprinzip aus der Notwendigkeit heraus, den sprichwörtlich armen Studenten, ein günstiges Studium zu ermöglichen. Auch diesen Vorteil genießen wir noch heute. Nicht nur das große Haus mit angeschlossenem Wohnheim und ein eigener Hausmeister und Koch zeugen davon, sondern auch ein - bei uns - funktionierender Generationenvertrag.
Bei uns kann jeder männliche Student der Universität Würzburg oder der FH Würzburg-Schweinfurt Mitglied werden.
Frauen können bei allen schlagenden Studentenverbindungen und auch den meisten nicht-schlagenden Bünden nicht Mitglied werden. Doch stehen den weiblichen Studenten in Würzburg zwei Damenverbindungen offen (in denen keine Männer Mitglied werden können). Frauen sind jedoch bei fast allen Veranstaltungen herzlich willkommen, ihnen bleiben eben nur die Pflichten der Mitglieder erspart.
Als Burschenschaft wird man heutzutage mit vielen Vorurteilen konfrontiert - rechtsradikal, frauenfeindlich, elitär, um nur einige zu nennen. Wir empfehlen jedem, sich nicht von Warnungen und Vorurteilen abschrecken zu lassen, sondern sich eine eigene Meinung über Burschenschaften zu bilden. Dazu ist jeder auf dem Arminenhaus herzlich willkommen.
Auskunft darüber geben am besten unsere Semesterprogramme. Zu feiern gibt es immer etwas: neue Bundesbrüder, Examina, Semesteranfang, Semesterende oder einfach eine spontane Grillfete in unserem großen Garten mit hauseigenem Pool. Das Fechten wird trainiert, Ausflüge und Treffen mit Alten Herren kommen dazu, ab und zu ein Ball, eine Cocktailparty, eine Poolparty oder unsere weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Limesparty (www.limesparty.de). Vortrags- und Diskussionsabende, Seminare über Rhetorik, Politik und andere Themen, gemeinsame Theater- und Konzertbesuche bereichern das Bundesleben. Aber auch nur ganz einfache, gemütliche Abende mit Bundesbrüdern. Diese Veranstaltungen wollen natürlich durchdacht und gut vorbereitet sein. Das fordert Phantasie und Durchsetzungsvermögen, Zeit- und Arbeitseinsatz. Eine gelungene Veranstaltung wiegt dies aber alles wieder auf.
Dass die Ehefrauen, Freundinnen und Freunde unserer Bundesbrüder überall aktiv dabei sind, versteht sich von selbst. Ausgenommen sind die Convente, das Fechten, und eine traditionelle Form der feuchtfröhlichen Zusammenkunft, "Kneipe" genannt.
Manche von uns zählen Fechten zu den unangenehmen Seiten ihrer Mitgliedschaft, andere haben ihre besondere Freude daran. Das Mensurfechten verlangt von jedem Selbstüberwindung; es manifestiert die Bereitschaft, sich einzusetzen. Durch das Training miteinander, die gegenseitige Unterstützung vor und während der Mensur vermittelt es ein Gemeinschaftsgefühl, das zum Zusammenhalt im Bund wesentlich beiträgt. Zudem steht außer Zweifel, daß eine Gemeinschaft, in der jeder eine solche Hürde überwinden muß, mehr zusammenhält als ein Verein, der nur pünktliche Beitragszahlung verlangt.
Natürlich könnten wir das Fechten aufgeben und etwa durch die Forderung ersetzen, die aktiven Bundesbrüder müßten gemeinsam das Matterhorn bezwingen. Dies hätte sicherlich eine vergleichbar positive Wirkung auf die "Seilschaft" der Aktiven und die ganze Gemeinschaft der ehemaligen Matterhorn-Bezwinger. Nur dass Bergsteigen erstens viel gefährlicher ist als Fechten und zweitens das Fechten unter Studenten eine lange Tradition hat, die von uns weitergeführt wird.
Es ist dem olympischen Fechten nicht vergleichbar. Es wird mit scharfer Klinge gefochten. Aber auch beim Schlägerfechten oder studentischen Fechten, wie es auch genannt wird, ist Sicherheit oberstes Gebot. Deshalb legt der Comment, der übrigens von Stadt zu Stadt variiert, fest, dass beide Fechter ohne Bewegung von Körper und Kopf fest an einem Platz stehen. Augen, Gehörgänge, Hals, Nase, Arme und der ganze Körper sind sorgfältig geschützt. Durch die strengen Regeln ist die mögliche Trefferfläche eng begrenzt und die Gefahr ernsthafter Verletzungen äußerst gering.
Ziel des Fechtens ist nicht, sich selbst oder dem Anderen Schmisse, d.h. Verletzungen beizubringen. Diese stellen auch die absolute Ausnahme in unseren Reihen dar. Jeder soll nach seinen besten Möglichkeiten in Technik und Tempo in der Mensur das zeigen, was er im Training gelernt hat. Das ist in dieser Streßsituation alles andere als einfach. Ob der Fechter diesem Urteil gerecht wird, beurteilen allein die Bundesbrüder. Siegen kann man also nicht über andere, sondern nur über sich selbst. Bei einer Mutprobe kommt es darauf an, etwas zu tun wovor man Angst hat. Das Fechten ist etwas anderes: Es geht hierbei darum, die dem Menschen selbst innewohnenden Grenzen auszuloten. Es verlangt vom Fechter höchste psychische und physische Selbstbeherrschung. Dadurch wird es für den Einzelnen zu einer sehr lehrreichen und wichtigen Erfahrung.
Gefochten wird übrigens nicht mit jemandem, mit dem irgendein Streit besteht. Duelle, bei denen sich jemand Genugtuung für Beleidigungen oder Ärger verschaffen will, sind seit der Nachkriegszeit verboten.
Für die Bestimmungsmensur sucht man sich den Gegenpart auch nicht selbst, sondern der Fechtwart wählt einen in Technik und Tempo, Größe und Stil passenden Kontrahenten aus einer anderen Verbindung aus für eine saubere, faire und ausgewogene Partie. Mensuren unter Bundesbrüdern gibt es nie.
Von jeden Bundesbruder werden insgesamt zwei Partien erwartet. Zumeist werden diese bereits in den ersten zwei Semestern gefochten, so dass danach mehr Zeit für anderes bleibt. Jeder kann, wenn er Spass daran gefunden hat, freiwillig weitere Partien fechten. Jeder Bundesbruder wird erst dann "raus" geschickt, wenn die älteren Aktiven der Meinung sind, dass der Bundesbruder fit genug ist und keine Bedenken entgegenstehen. Auch dies gehört zur Fürsorgepflicht innerhalb der Gemeinschaft.
Trainiert - "gepaukt", wie es bei uns heißt - wird viermal die Woche etwa eine Stunde. Denn Korbfechten ist ein technisch anspruchsvoller Sport, der auch einiges an Kondition und Können verlangt.
Welche Vorteile bringt die WB! Arminia? Zu allererst ist ein vielseitiger Freundeskreis mit Freunden jeden Alters (vom 19jährigen bis zum 90jährigen) und jeder Fakultät zusätzlich zu dem bereits bestehenden zu gewinnen. Ein solcher Kreis bietet eine permanente persönliche Herausforderung. Durch die abwechslungsreichen Semesterprogramme lernt man dazu die interessantesten Hobbys, vielfältigsten Themen und schönsten Winkel in Würzburg und ganz Deutschland kennen.
Als Verbindungsstudent findet man schnell Kontakt zu älteren Semestern seines Studienganges und schöpft aus einem großen Reservoir von Erfahrungen. Rat und Unterstützung kann man sich natürlich auch bei berufserfahrenen Alten Herren seines Faches holen. Das Bundeshaus ist eine dreistöckige, alte Villa mit einem großen Garten, zwei Dachterrassen mit Blick über Würzburg und einem im Sommer wohl unverzichtbaren Pool. Es bietet immer einen beliebten Anlaufpunkt auch für Leute, die nur für kurze Zeit einmal in Würzburg vorbeischauen. Man kann dort genauso fröhlich feiern wie fleißig studieren, und dort zu wohnen kostet nur eine sehr geringe und eher symbolische Miete. Darüber hinaus ist auf dem Haus auch eine komplette Bibliothek, eine gut ausgestatteten Computeranlage, ein Kopierer etc. vorhanden.
Wenn die Studienzeit vorbei ist, läuft einem der Freundeskreis nicht weg. Man bleibt immer in Kontakt, auch wenn es einen für ein Jahrzehnt ans andere Ende der Welt verschlägt oder man sich einige Zeit ganz dem Beruf oder der Familie widmen muß. Den Wert eines so beständigen, sich immer wieder verjüngenden Freundeskreises lernen Manche leider erst so richtig zu schätzen, wenn es zu spät ist, noch aktiv zu werden.
Offenheit, Interesse und Zeit, um den Anderen kennenzulernen. Engagement ist gefordert und der Wille, in der Burschenschaft Verantwortung zu übernehmen und den Bund auch im eigenen Sinne zu prägen.
Der Tag hat nur 24 Stunden. Wer aktiv leben und seine Zeit nutzen will, muß sie einteilen. Dabei hat jeder Reserven. Immer, wenn man etwas Neues anfängt muß sich die Zeiteinteilung auch neu einspielen. Man merkt bereits während der Probezeit als Fux, ob es gelingt, dass einem das Aktivsein soviel Spaß macht, dass von Zeitopfern keine Rede mehr sein kann. Wer aber in seinen bisherigen Tagesablauf festgefahren ist und sich keinesfalls stören lassen will, ist bei uns am falschen Platz.
Nein. Burschenschafter machen genauso gute Examina wie andere, genauso schnell oder langsam. Natürlich, wer nichts anderes im Sinn hat als studieren, keine Hobbys, keine Freunde, keine Freundin, der studiert vielleicht schneller und macht vielleicht auch früher sein Examen. Aber so studieren die allerwenigsten, und die haben nicht begriffen, dass die Studienzeit eine unwiederbringliche Zeit ist, die nicht nur der Ausbildung im Fach, sondern auch der Bildung zum Menschen dient. Wer dazu neigt, seine Zeit zu verbummeln, der tut dies auch (und wir meinen: Erst recht) ohne Verbindung. Schließlich bekennen wir uns zum sogenannten "Studienprinzip", d.h. an erster Stelle kommt das Studium, dann die Verbindung. So hat auch jeder Verständnis, wenn man aus Studiengründen mal etwas weniger Zeit in die Verbindung investieren kann. Kein Verständnis aber darf der erwarten, der lange genug Zeit für seine Aufgabe hatte und sie erst am letzten Tag durchziehen will. Auch werden bei uns gegen "Bummelstudenten", also Studenten, die vor lauter Feiern nicht zum studieren kommen, schon mal Maßnahmen ergriffen, um sie auf den richtigen Weg zu bringen.
Das Erlernen einer vernünftigen Zeitplanung sowie das Studienprinzip zahlen sich später im Leben wieder aus, wodurch viele Verbindungsstudenten später in ihren Jobs Vorteile haben. Die vielen Professoren, Manager oder Politiker in unseren Reihen legen ständig ein Zeugnis davon ab.
Neue Bundesbrüder zu finden ist nicht immer leicht, und die Presse für Burschenschaften ist nicht besonders gut. Leider wird diese auch immer wieder durch einzelne schwarze Schafe bestätigt. Von Ressentiments, Schwellenangst und Desinformation zu Sympathie oder Begeisterung ist ein langer Weg. Wir wollen auf diesem Wege weiterhelfen, indem wir besser über uns informieren und dadurch das Interesse wecken, uns näher kennenlernen zu wollen. Dabei beantworten wir auch gerne offen gebliebene Fragen.
Es wird von uns sicherlich niemand bedrängt, aktiv zu werden, denn das wäre kontraproduktiv. Aber wir wollen jeden kennenlernen, der sich für uns interessiert und bieten jedem an, den Versuch einer Probezeit als Fux zu wagen.