Geschichte - Korporationsgeschichte
Berühmte Burschenschafter

Im Laufe der Geschichte sind viele Burschenschafter zu nationaler und internationaler Berühmtheit gelangt. Die folgende Auflistung stellt nur einen kleinen Ausschnitt einiger dieser dar. Sie beschränkt sich auf die Zeit vor Beginn der Bundesrepublik. Doch auch in dieser sind viele Menschen aus dem öffentlichen Leben in einer Burschenschaft korporiert.
Diese Liste ist der Internetseite der Deutschen Burschenschaft entnommen.

Robert Bernardis (1908-1944)
seit Winter 1943 Oberstleutnant im Generalstab; einziger österreichischer Offizier mit führender Position im Widerstand; seit Frühjahr 1944 in alle Umsturzpläne um Claus Graf Schenk von Stauffenberg eingeweiht, sollte im Wehrkreis XVII (Wien) den Umsturz vorbereiten, übernahm am 20. Juli 1944 die Weitergabe der "Walküre"-Befehle an die Wehrkreiskommandos, die den Aufstand des Ersatzheeres einleiten sollten; am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Carl Bosch (1874-1940)
Chemiker, Ingenieur, Industrieller; 1919 Vorstandsvorsitzender der BASF, 1925 der IG Farbenindustrie; entwickelte 1908-1913 mit Alwin Mittasch die großtechnische Herstellung von Ammoniak, erhielt 1931 mit Friedrich Bergius den Nobelpreis für Chemie.
Konrad Duden (1829-1911)
Philologe, Lehrer in Soest, Schleiz und Bad Hersfeld, Gymnasialdirektor; mit der Rechtschreibereform von 1901 wurde sein "Vollständiges orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache" (1880) für Deutschland verbindlich.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Germanist und Schriftsteller ("Unpolitische Lieder", 1840-1841), Verfasser von Kinder- u. a. Liedern ("Alle Vogel sind schon da", "Kuckuck") sowie des später zur Nationalhymne gewordenen "Liedes der Deutschen" (1841).
Walter Flex (1887-1917)
vaterländischer Dichter; mit seinem Hauptwerk "Der Wanderer zwischen beiden Welten" (1917) erheblicher Einfluß auf die national gesinnte Jugend der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Hans Geiger (1882-1945)
Physiker, 1912-1925 Leiter des Laboratoriums für Radioaktivität an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin, 1925 Professor in Kiel, 1929 in Tübingen, ab 1936 an der TH Berlin; entwickelte 1928 mit Erwin Wilhelm Müller den Geigerzähler, eines der wichtigsten Meßgeräte der Kernphysik.
Heinrich Heine (1797-1856)
Dichter und Lyriker ("Reisebilder", 1826-1827, "Buch der Lieder" 1827). Geißelte in seinem Epos "Deutschland, ein Wintermärchen" die Zustände in Deutschland; revolutionäre Haltung gegenüber Staat und Kirche, Bekanntschaft und Briefwechsel mit Karl Marx.
Heinrich Hertz (1857-1894)
Physiker ("Prinzipien der Mechanik", 1894), 1885-1889 Professor in Karlsruhe; entdeckte die Hertzschen Wellen, eine der Grundlagen der heutigen Funktechnik.
Hermann Kaiser (1885-1945)
Studienrat in Wiesbaden, seit 1941 Kriegstagebuchführer im Stab des Befehlshabers des Ersatzheeres Generaloberst Friedrich Fromm, aktive Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944, in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Ferdinand Lassalle (1825-1864)
Publizist, Arbeiterführer, Mitarbeiter an der von Karl Marx herausgegebenen "Neuen Rheinischen Zeitung", 1863 Gründer und erster Präsident des "Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins"; starb an den Folgen eines Duells.
Karl Mauß (1898-1959)
Zahnarzt, Generalleutnant und Divisionskommandeur, höchstdekorierter Burschenschafter im Zweiten Weltkrieg (Schwerter und Brillanten zum Ritterkreuz), Retter tausender Frauen und Kinder aus Danzig und Ostpreußen zu den Schiffen.
Theodor Mommsen (1817-1903)
Historiker, 1848 als Redakteur in Rendsburg an der Märzrevolution beteiligt und Professor für römisches Recht in Leipzig, 1852 in Zürich, 1854 in Breslau und 1858 Professor für alte Geschichte in Berlin; 1902 als erster Deutscher Nobelpreis für Literatur.
Friedrich Nietzsche (1844-1900)
Altphilologe, Philosoph ("Also sprach Zarathustra", 1883-1891, posthum "Der Wille zur Macht"), 1869-1879 Professor für klassische Philologie in Basel; Einfluß von Schopenhauer und Richard Wagner; Wortführer des Nihilismus.
Ferdinand Porsche (1875-1951)
Autokonstrukteur, bereits 1897 Entwicklung ein Elektromobils, 1931 in Stuttgart Gründung eines eigenen Konstruktionsbüros (die heutige Porsche AG), seit 1934 Konstruktion des Volkswagens, Gesamtplanung und bis 1945 Leitung des Volkswagenwerks, Inhaber von 1230 Patenten.
Karl Sack (1896-1945)
Jurist, ab 1942 "Chefrichter des Heeres", an allen Plänen des militärischen Widerstands maßgebend beteiligt, kurzfristig als Justizminister einer zivilen Regierung vorgesehen, aktive Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944, hingerichtet im KZ Flossenbürg.
Franz Schubert (1797-1826)
österreichischer Komponist (acht Sinfonien, Kammer- und Vokalmusik, Bühnenwerke), vertonte allein 60 Gedichte von Goethe; Mittelpunkt eines geistvoll-fröhlichen, auch burschenschaftlich geprägten Freundeskreises ("Schubertiaden").
Robert Schumann (1810-1856)
studierte, auch literarisch hochbegabt, zunächst Jura; Komponist (Klavierwerke, vier Sinfonien, Ouvertüren, Kammermusik und Vokalwerke); 1843 am Leipziger Konservatorium, 1844 Chorleiter in Dresden, seit 1850 Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf.
Theodor Storm (1817-1888)
Jurist (später Landvogt und Oberamtsrichter) und Dichter; schon früh als Lyriker und Novellist ("Immensee", 1849, "Der Schimmelreiter", 1888) erfolgreich; befreundet mit den Brüdern Theodor und Tycho Mommsen (gemeinsamer Gedichtband "Liederbuch dreier Freunde", 1843).
Gustav Stresemann (1878-1929)
Nationalökonom, Politiker; 1907-1912, 1914-1918 und 1920-1929 nationalliberaler Reichstagsabgeordneter, 1919-1920 der Nationalversammlung; 1923 Reichskanzler und Reichsaußenminister; erstrebte eine Verständigung mit Frankreich und eine Revision des Versailler Vertrags; mit Aristide Brian 1926 Friedensnobelpreis.